Gibt es in der Schweiz bereits Brustkrebs-Früherkennungsprogramme?
Viele Länder haben bereits vor Jahren systematische Brustkrebs-Früherkennungsprogramme auf nationaler oder regionaler Ebene eingeführt. Nicht so die Schweiz:
Seit längerem gibt es solche Programme erst in den Westschweizer Kantonen (FR, GE, JU, NE, VD und VS) und seit Kurzem in Sankt Gallen, Thurgau und Graubünden.
Der Kanton Bern hat 2008 die Früherkennung mit Start im 2010 beschlossen. Im Herbst 2009 wurde dieser Entscheid als Folge von Steuersenkungen und als Sparmassnahme aufgeschoben. Gemäss dem Berner Regierungsrat sollen nun ab 2013 alle Frauen im Kanton ab Fünfzig an einem Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilnehmen können. Voraussetzung ist, dass das Parlament im Herbst 2011 dem dazu nötigen Verpflichtungskredit von insgesamt maximal 4,7 Millionen Franken zustimmt.
Der Bundesrat hatte bereits Ende 2007 entschieden, die systematisch durchgeführte Brustkrebs-Früherkennung in der KVG-Grundversicherung zu belassen. Er bestätigt damit den Nutzen der in der Schweiz bereits bestehenden Screening-Programme und unterstützt deren Weiterführung. Die Leistung wurde jedoch nicht definitiv eingeführt, sondern befristet bis Ende 2009. Ende Oktober 2009 wurde die Früherkennung innerhalb von Programmen definitiv in den KVG-Leistungskatalog aufgenommen.
Der Bundesrat rief die Kantone auf, organisierte Brustkrebs-Früherkennungsprogramme einzuführen.
Die drei parlamentarischen Initiativen zur Brustkrebs-Früherkennung (Guisan, Meyer-Kälin und Heim) wurden im Frühsommer 2009 im Nationalrat und im Sommer 2009 im Ständerat angenommen.
--> (Link zum amtlichen Bulletin der Nationalratssitzung vom 27. Mai 2009.)